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«Der Bahnausbauschritt 2030/35 muss die Projektierung des Durchgangsbahnhofs bis zur Baureife explizit festhalten»

Für Nationalrat Karl Vogler ist klar: Durchgangsbahnhof und Zimmerberg-Basistunnel 2 sind vital, um die nationalen und regionalen ÖV-Herausforderungen zu bewältigen. Er fordert deshalb, dass der Durchgangsbahnhof vom Bund bis zur Baureife projektiert und finanziert wird und dies explizit im Bahnausbauschritt 2030/35 festgehalten wird.

Herr Vogler, Sie sind Mitglied des Komitees Durchgangsbahnhof Luzern und setzen sich politisch für das Projekt ein. Weshalb ist Ihnen der Durchgangsbahnhof wichtig?
Der ÖV in der Schweiz wächst massiv. Damit dieser bewältigt werden kann, braucht es zukunftsweisende Lösungen. Mit dem Durchgangsbahnhof Luzern wie auch dem Zimmerberg-Basistunnel 2 präsentiert die Zentralschweiz zwei ideal aufeinander abgestimmte Projekte, von denen die ganze Schweiz profitiert. Der Durchgangsbahnhof erhöht das Schienenangebot massiv und ermöglicht neue Direktverbindungen, verbunden mit einem erheblichen volkswirtschaftlichen Gewinn. Gleichzeitig wird die Schienenmobilität auf der Nord-Süd- bzw. West-Süd-Achse deutlich verbessert. Und schliesslich schafft der Durchgangsbahnhof eine zukunftsfähige Lösung für den, gemessen an der Publikumsfrequenz, drittgrössten Bahnhof der Schweiz. Der Bahnhof Luzern ist der letzte grosse Kopfbahnhof in der Schweiz. Seine Infrastruktur ist veraltet und genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Und schon gar nicht ist der Bahnhof Luzern bereit für eine steigende Nachfrage in einer der dynamischsten Wirtschaftsregionen der Schweiz.

Welche Vorteile bringt der Durchgangsbahnhof konkret? Was hat die Region davon? Wie profitiert die Schweiz?
Mit dem Durchgangsbahnhof wird, wie gesagt, das Angebot auf dem gesamtschweizerischen Schienennetz ausgebaut. Weiter werden die Fahrzeiten entlang der Achsen Sursee–Luzern–Zug–Zürich und Basel/Bern–Luzern–Lugano verkürzt. Von Luzern bis zum Flughafen Zürich dauert die Fahrt künftig noch rund 50 Minuten. Gleichzeitig ermöglicht der Durchgangsbahnhof neue Direktverbindungen – etwa Zug–Bern, Rotkreuz–Basel oder Sursee–Zürich. Der vorgesehene Halbstundentakt zwischen Luzern und Basel sorgt ausserdem für einen effizienten Anschluss an das internationale Hochgeschwindigkeitsnetz. Vom Durchgangsbahnhof profitiert auch der Regionalverkehr. Hier wird es ebenfalls mehr und schnellere Verbindungen sowie neue Direktverbindungen geben.

Zurzeit erarbeitet der Bundesrat die Botschaft zum nächsten Bahnausbauschritt. Was fordern Sie von ihm?
Vorab muss das Auflageprojekt des Durchgangsbahnhofs bis zur Baureife vom Bund finanziert und vorangetrieben werden. Zudem muss die Projektierung des Durchgangsbahnhofs bis zur Baureife explizit im Bundesbeschluss zum Ausbauschritt 2030/35 festgehalten werden. Und gleichzeitig soll eine für die Kantone tragbare Vorfinanzierung des Durchgangsbahnhofs ermöglicht werden. Nicht zuletzt muss der Zimmerberg-Basistunnel 2 im Ausbauschritt 2030/35 projektiert und realisiert werden.

Über Karl Vogler
Karl Vogler ist seit 2011 Vertreter des Kantons Obwalden im Nationalrat. Dort ist er Mitglied der Kommission für Rechtsfragen und der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Daneben arbeitet er als selbständiger Rechtsanwalt und Notar und ist u.a. Präsident der Kirchgemeinde Lungern und Mitglied des Ausschusses des Zentralschweizer Komitees Durchgangsbahnhof Luzern. Karl Vogler ist Vater von vier erwachsenen Kindern und lebt mit seiner Frau in Lungern.